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Illustration : Überstunden einklagen in Österreich: Geltendmachung, AK/ÖGB und Arbeits- und Sozialgericht

Überstunden einklagen in Österreich: Geltendmachung, AK/ÖGB und Arbeits- und Sozialgericht

Der vollständige Weg zu Ihren unbezahlten Überstunden – von der schriftlichen Geltendmachung gegen den Verfall über die kostenlose Vertretung durch AK und ÖGB bis zur Klage vor dem Arbeits- und Sozialgericht. Mit Fristen, Zinsen und Gerichtskosten.

Schriftliche Geltendmachung

Bevor Sie klagen, machen Sie Ihre Überstunden schriftlich und fristgerecht geltend: so stoppen Sie den Verfall aus dem Kollektivvertrag. Eine E-Mail kann reichen, wenn der KV keine strengere Form verlangt; sicherer ist ein datiertes Schreiben mit Betrag, Zeitraum und Stundenliste.

Parallel fordern Sie die Arbeitszeitaufzeichnungen nach § 26 AZG an. Der Arbeitgeber muss sie führen und zugänglich machen. Ohne Aufzeichnungen hemmt § 26 Abs. 9 AZG den Verfall.

Verfallsfristen und Verjährung

Zwei Uhren laufen parallel: die gesetzliche Verjährung von 3 Jahren (§ 1486 Z 5 ABGB) und die oft kürzeren Verfallsfristen im KV (3–6 Monate). Der Verfall kann Ansprüche vernichten, lange bevor die Verjährung greift.

Praxisregel: sobald Sie merken, dass Überstunden fehlen, geltend machen: nicht auf das Ende des Arbeitsverhältnisses warten.

Verfallsfristen im KV und Verfallshemmung ohne Aufzeichnungen.

Vertretung durch AK und ÖGB

Vor dem Arbeits- und Sozialgericht können Sie sich oft kostenlos durch die Arbeiterkammer oder den ÖGB vertreten lassen (§ 40 ASGG). Ein Anwalt ist nicht zwingend. Mitglieder sollten früh Kontakt aufnehmen: inklusive Berechnung und Geltendmachungsschreiben.

Ohne Anwalt: AK/ÖGB (§ 40 ASGG).

Klage vor dem Arbeits- und Sozialgericht

Bleibt die Zahlung aus, klagen Sie beim Arbeits- und Sozialgericht (in Wien) bzw. beim Landesgericht als Arbeits- und Sozialgericht. Zuständig ist die Arbeitsrechtspflege nach dem ASGG: nicht ein allgemeines Zivilgericht „für alles“.

Beweis

§ 26 AZG und die EuGH-Rechtsprechung (C-55/18) stärken die Bedeutung der Zeiterfassung. Fehlt sie, erleichtert das oft Ihre Beweislage: Sie brauchen trotzdem möglichst konkrete Stundenangaben (Mails, Schichtpläne, Badges).

Ablauf und Kosten der Klage · Beweis der Überstunden vor Gericht.

Verzugszinsen und Kosten

Für Lohnforderungen greift oft der erhöhte Zinssatz nach § 49a ASGG (Basiszinssatz plus Aufschlag): deutlich über den 4 % nach § 1000 ABGB. Das erhöht den Rückstand spürbar.

Beispiel Zinsen (vereinfacht)

Angenommen, 2 000 € Überstunden sind seit einem Jahr fällig und der anwendbare Satz beträgt 10,73 % p. a.: Zinsen ≈ 2 000 × 0,1073 = 214,60 € für dieses Jahr: zusätzlich zum Bruttoanspruch und vor Steuern/SV.

Verzugszinsen § 49a ASGG. Bei einvernehmlicher Auflösung offene Stunden nicht „vergessen“: Einvernehmliche Auflösung und offene Überstunden.

Häufige Fragen

Muss ich kündigen, bevor ich klage?

Nein. Ansprüche bestehen während und nach dem Dienstverhältnis. Viele warten aus praktischen Gründen: der Verfall wartet nicht.

Reicht ein mündliches Gespräch mit HR?

Für den Verfall meist nein. Schriftlich geltend machen, Beträge und Zeiträume festhalten.

Was kostet die Klage?

Mit AK/ÖGB-Vertretung oft deutlich günstiger. Details: Ablauf und Kosten.

Wie lange dauert das Verfahren?

Je nach Gericht und Vergleichsbereitschaft Monate bis über ein Jahr. Frühe Geltendmachung schützt die Substanz Ihres Anspruchs unabhängig von der Verfahrensdauer.

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Warten Sie nicht auf die Verjährung

Sie können Ihre Löhne grundsätzlich nur für die letzten 3 Jahre fordern — Kollektivverträge sehen oft noch kürzere Verfallsfristen vor. Jeder verstrichene Monat ist ein verlorener Monat.

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